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Im Mai 2020 wurden 6 Seiten unserer Firma gewidmet. Danke Dieter Biernath - Originalseite

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Hier hat der Wind ganze Arbeit geleistet. Sturmholzaufarbeitung im Forst der Prinzen Merode. Fotos: Biernath

Holzrücker in fünfter Generation

Seit 133 Jahren besteht der Holzrückebetrieb Jouck in Belgien – Auch Holzeinkäufer für Sapin.

Als Ferdinand Jouck 1887 im Alter von 14 Jahren mit der Waldarbeit begann, hätte er es sich bestimmt nicht träumen lassen, dass sein Ururenkel Samuel Jouck im Januar 2020 den Betrieb von seinem Urenkel Lorenz übernehmen würde. In fünfter Generation, und das ununterbrochen.

Die Joucks sind im belgischen Büllingen ansässig, stammen aber von ukrainischen Kosaken ab. Vom 15. bis 17. Jahrhundert schlugen sich Joucks Vorfahren ständig mit Tataren und Türken herum. Eine gute Grundlage, um die harte Waldarbeit über fünf Generationen durchzustehen. Wenn auch das Leben als Holzrücker nicht

im Entferntesten so aufregend und abenteuerlich ist wie das eines kampferprobten Kosaken, so können doch heute Lorenz Jouck und sein Sohn Samuel auf eine Firmengeschichte zurückblicken, die zumindest von der Maschinenausstattung ebenso abwechslungsreich wie das Kosakenleben von damals ist. Lorenz Jouck (57) hat seinem Sohn Samuel (21) im Januar 2020 den Betrieb übergeben. 40 Jahre lang leitete Lorenz das Unternehmen und kann für diese Zeit auf eine respektable Anzahl von Maschinen und Geräten verweisen, mit denen er den Holzeinschlag und das Rücken betrieb.

Käferbefall und Windwurfschäden

Zurzeit arbeitet das Unternehmen Jouck AG im Forst der Prinzen von Merode. Dieses Waldgebiet befindet sich im Landkreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Hier hatte der Käfer immer wieder Schäden angerichtet; in Folge des Befalls war es für die nachfolgenden regionalen Stürme leichter, weitere Teile des Waldes anzugreifen und in die Lücken zu stoßen, die durch das Entfernen der Käferbäume entstanden waren.

Die Trockenheit der letzten Jahre kam hinzu, um das Unglück perfekt zu machen. Jouck arbeitete mit seinem Harvester die Bestände auf, sei es Käferholz oder die Windwurfflächen. Da der Holzabsatz nicht mehr so ganz flüssig lief, kam ihm die Idee, die anfallenden Abschnitte zu entrinden, damit sie auf dem Polter am Forstweg länger liegen bleiben konnten, ohne dabei als Brutstätte für den Borkenkäfer zu dienen.

Die Entrindung des Holzes übertrug er einem Forstunternehmerkollegen aus Ostbelgien, Rolf Piront, der mit seinem Sohn Ronny zusammen einen Entrindungszug betreibt. Eine Maschine vom Typ Doll Klosterreichenbach, die von Rolf Piront so umgebaut wurde, dass nicht nur Langholz entrindet werden kann, sondern auch Kurzholz. Zu diesem Zweck stattete Piront die Maschine mit einem seitlichen Bett aus; auf dieses Bett legt Ronny mit dem Langholzkran die Abschnitte, die jetzt über eine Rollenanlage schräg nach unten zum Entrindungsaggregat laufen.

Ein Förderer zieht sie ins Entrindungsaggregat, und nach dem Entrindungsvorgang greift sich Rolf Piront mit dem zweiten Kran die entrindeten Abschnitte und legt sie auf das Polter. Die Belgier sind von der Serviceseite  er gut ausgerüstet. Ein komplett ausgestatteter Lkw steht bei der Arbeitsstelle, und hat für den Notfall und für schnelle Reparaturen das nötige Werkzeug und die Hauptverschleißteile an Bord. Eine Ständerbohrmaschine findet sich hier ebenso wie ein E-Schweißgerät und eine Acetylen-Anlage, mit der man Schweißen, und bei Bedarf aber auch Schneiden kann. Öle, Schläuche, Rohrleitungen, Metallteile, alles ist vorhanden. So erspart man sich zeitraubende und teure Werkstattbesuche.

Selbst ist der Mann. Während die beiden Pironts die Abschnitte entrinden, rückt Samuel Jouck neue Abschnitte und Industrieholz von der nahegelegenen Windwurffläche. Jouck fährt den firmeneigenen Rückezug John  Deere 810E mit drehbarer Kabine. Zuerst sieht dieses Arbeitsbild nach hoher Leistung aus, allerdings ist der zweite Blick auf die Fläche ernüchternd. Gräben und Wasserlöcher durchziehen diese Kahlfläche.

Samuel muss sich Überfahrten bauen, indem er Rundholz in die Gräben legt, damit er über diese Gräben mit der vollbeladenen Maschine fahren kann. Der Rückezug von John Deere ist eine von sehr vielen Maschinen, die in dem belgischen Unternehmen Dienst taten. Mehr darüber in der Firmenchronik auf der nächsten Seite. Der Harvester im Unternehmen Jouck ist ebenfalls im Wald der Prinzen Merode eingesetzt. Allerdings arbeitet er zurzeit kein Schadholz auf.  

Fahrer Ludovic Sarlette pilotiert den John Deere 1070E durch einen jungen Eichenbestand, der aufgeschlossen werden muss, und das unbedingt noch vor der Saftzeit. Wertholz fällt bei dieser Maßnahme allerdings noch nicht an. Die entnommenen Eichen werden je nach Bedarf in zwei oder drei Meter lange Stücke geschnitten, auf Rauhbeugen gelegt und nach dem Rücken an Brennholz-Selbstwerber abgegeben. Hier werden später mal wertvolle Eichen stehen; das sieht man dem Bestand übrigens schon heute an. Vorausgesetzt, die drei Elemente Wasser, Luft und Feuer setzen dem Bestand die nächsten Jahre nicht so sehr zu.

 


Wenn die Väter mit den Söhnen ... Von links: Rolf Piront, Ronny Piront, Samuel Jouck, Lorenz Jouck.


Die Entrindungsmaschine der Firma Piront. Für Lang- und Kurzholz geeignet.


Dieser Eichenbestand musste noch vor der Saftzeit aufgeschlossen werden.

 

Jetzt Holzeinkäufer für Sapin

Lorenz Jouck hat sich nach der Firmenübergabe aber nicht aus dem Geschäftsleben zurückgezogen, im Gegenteil. Seit zweieinhalb Jahren ist er Holzeinkäufer für das Unternehmen Sapin. Sein Einkaufsgebiet ist Ostbelgien, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Jouck bekam diesen Job nicht nur wegen seiner Fachkenntnisse, sondern auch, weil er sich als Belgier zweisprachig, auf Französisch und Deutsch, verständigen kann. Er hat diese neue Herausforderung gerne angenommen. In diesem neuen Job ist er sehr viel unterwegs, hat häufige Kundenkontakte, lernt immer wieder neue Leute kennen und die Arbeit ist abwechslungsreich. Holz ansehen, Holz vermessen, kaufen und verkaufen. Auch muss er sich um den Einschlag kümmern, Transporte organisieren und vieles mehr. Hinzu kommt die nicht so beliebte Büroarbeit. Am liebsten ist Jouck im Wald, das ist sein Leben, wie er sagt. Als er diesen Job begann, verkaufte er den letzten Skidder, der im Betrieb zum Stammholzrücken noch vorhanden war. Den Rückezug 810D gab er ebenfalls ab, denn sein neuer Job ließ ihm keine Zeit mehr, um im eigenen Betrieb noch Maschinen zu fahren. Für das Unternehmen Sapin, früher Parenco, war Lorenz Jouck schon seit 1973 als Holzrücker tätig. Wenn er heute an die 43 Jahre bei dem Unternehmen zurückdenkt, bereut er keinen Tag dieser Zusammenarbeit. Sapin ist der einzige Zulieferer des Werkes Sappi Lanaken in Belgien mit einer Jahresproduktion von 530.000 Tonnen Papier. Das Werk gehört zur Sappi-Gruppe und diese betreibt in Europa zehn Papierfabriken. Seit 2019 produziert man im belgischen Werk zusätzlich hochwertiges Feinpapier aus Laubholz. Darum ist Jouck jetzt auf der Suche nach Laubholz und nimmt außer Kastanien, Eichen, Weiden und Linden alles, was der Markt hergibt. Die Abschnitte müssen 2,5 Meter lang sein und eine Zopfstärke von mindestens zehn Zentimetern aufweisen.

Die Firmengeschichte

Der Urgroßvater von Lorenz Jouck, Ferdinand, begann im Alter von 14 Jahren mit der Waldarbeit. Das war im Jahr 1887. Er rückte das Holz mit Pferden, und zwar als Nebenerwerb zur Landwirtschaft. Sein Sohn Bernhard fing im Jahr 1915 ebenfalls im Alter von 14 Jahren mit der Waldarbeit und erweiterte sein Unternehmen auf den Bereich Holztransport. Der Holztransport geschah selbstverständlich auch mit Pferden. Seine Brüder stiegen ebenfalls in den Betrieb mit ein und man hatte gemeinsam bis zu zehn Pferde, was zur damaligen Zeit eher selten war. Bernhards Sohn Karl Jouck, der Vater von Lorenz, begann auch schon im Alter von 14 Jahren mit der Waldarbeit, und zwar im Jahr 1949. Er konzentrierte sich auf die Rückearbeit mit den Pferden. Etwas über 20 Jahre später modernisierte er seinen Betrieb. Im Jahr 1971 kaufte Karl Jouck den ersten Skidder, und zwar einen Timberjack 225. Dieses war übrigens erst die zweite Maschine, die in den Ostkantonen von Belgien Holz rückte. Die erste Maschine dieses Typs lief in Emmels bei dem Unternehmer Otto Lehnen. 1977 begann Lorenz Jouck im Alter von 15 Jahren als Gehilfe die Ausbildung als Holzrücker bei seinem Vater Karl.


Lorenz Jouck vor einem Polter. Seit zweieinhalb Jahren ist er Einkäufer für die Gebiete Ostbelgien, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für das Unternehmen Sapin.


Ludovic Sarlette pilotiert den Harvester John Deere 1070E

1982 machte Lorenz sich selbständig und kaufte seinen ersten eigenen Skidder, einen Timberjack 225. Von nun an arbeiteten Vater und Sohn zusammen; die firmeneigenen Pferde kamen immer weniger zum Einsatz. 1984 war der erste große Windwurf in Belgien und überall wurde nach Maschinen verlangt. Darum schaffte Lorenz Jouck sich einen neuen Skidder an, den Timberjack 230 mit Seilwinde und Funk. 1988 erfolgte der Ankauf eines Timberjacks 240 mit Zange, auch ein Mercedes Lkw 1935 wurde angeschafft. 1990 erfolgte die Gründung der Jouck AG mit Übernahme der Firma Karl Jouck. In der neuen Firma waren vier Arbeitspferde vorhanden, ein Holder-Forstschlepper speziell für die Waldarbeit, zwei Skidder und drei Lkw für den Holztransport. 1990 wurde auch ein neuer Lkw angeschafft, ein Volvo F12 mit dem dazugehörigen Zwei-Achs-Anhänger. 1993 erfolgte ein Umbau des Timberjack 225 auf SchmalspurAusführung; eine angebaute Zange wurde zum Langholzrücken eingesetzt. 1996 kaufte Lorenz Jouck einen Mercedes-Lkw für den Transport von drei Pferden und einer Forstmaschine. Dann folgten Schlag auf Schlag MB Trac 900 und ein Timberjack 240, aber auch 1998 wurde immer noch mit Pferden gearbeitet. Bis zum Jahr 2001 rückte das Unternehmen Langholz, dann trennte man sich aus wirtschaftlichen Gründen von diesem Geschäftszweig, verkaufte die Skidder und erwarb den ersten Rückezug. Bei dieser Maschine für die Kurzholzmethode handelte es sich um einen Norcar 490. Allerdings wurde dieser schon nach sechs Monaten wieder verkauft, um ihn durch einen leistungsstärkeren Rückezug zu ersetzen, und zwar den Logset 504F. 2004 verkaufte man den Logset wieder, und ein neuer Rückezug wurde angeschafft. Es handelte sich hierbei um den Timberjack 810D. 2007 kam noch ein gebrauchter 810C hinzu, und dieser wurde 2008 durch den HSM 208F ersetzt. 2008 schaffte Lorenz Jouck sich einen HSM 208 an, eine Komplettausstattung: der Werkstatt-Lkw des Unternehmens Piront aus Belgien. 

Neun-Tonnen-Maschine mit einem EnergieholzErntekopf. Dann wurde noch ein Skidder 548G zum Rücken von schwerem Stammholz gekauft. Im Jahr 2011 wurde der Timberjack 810D durch einen HSM 208, eine Zwölf-Tonnen-Maschine, ersetzt. Im November 2011 baute Jouck auf den HSM 208 eine Burger Klemmbank auf, die eine Öffnungsweite von zwei Quadratmetern hatte und mit der man gewaltige Mengen Langholz schleppen konnte.

125 Jahre Forstunternehmen Jouck

Am 11. August 2012 war der Betrieb Jouck schon 125 Jahre in der Forstwirtschaft aktiv. Das Jubiläum wurde natürlich dementsprechend gefeiert und begossen. Aber die Arbeit ging trotzdem weiter ... Im Frühjahr 2013 wurde ein Harvester angeschafft, und zwar der John Deere 1070D Eco III. Ende 2013 wurde der HSM 208 durch einen John Deere 1010D ersetzt, Anfang 2015 rüstete Jouck den John Deere 1110E mit einer neuen Klemmbank von Haas aus, mit dem Modell Ösa 1,7 Quadratmeter. Jetzt konnte man dem Kunden nicht nur das Kurzholzrücken anbieten, sonder auch sehr effektiv mit der Klemmbank das vorhandene Langholz rücken. Im Januar 2015 wurde noch ein John Deere 1010D hinzugekauft und der Skidder 548G II durch den John Deere 548G III ersetzt. Im Februar 2015 kam ein neuer Forwarder hinzu, der John Deere 810E. Und im Mai ein neuer Harvester, der 1070E. Zurzeit fährt Samuel Jouck den 810E und dieser wird wie alle Maschinen in der Firma von dem betriebseigenen Faymonville-Tieflader mit einem Scania 6x2 transportiert. Aktuell ist der Harvester 1070E im Einsatz, der von Ludovic Sarette pilotiert wird, dann ist noch ein 1110E von John Deere im Betrieb, der vom Fahrer Ferddy Plumacher gefahren wird. Für das Holz, das für den betriebseigenen Harvester zu stark ist, werden professionelle Subunternehmer eingesetzt. Ebenso wie für das Vorliefern kann man hier auf sehr gute Leute zurückgreifen. Alle Maschinen, die im Betrieb laufen, sind bei dem deutschen Versicherungsmakler Hermann und Hensel versichert. Es besteht eine lange Partnerschaft. Die Hobbies machen auch brumm Samuel Jouck und sein Vater Lorenz haben ein gemeinsames Hobby, das für Angehörige der Branche eigentlich Pflicht ist: Sie besitzen einen historischen Skidder, den Timberjack 225 mit dem Originalmotor, dem GM-DreizylinderZweitakt, den man im Einsatz über mehrere Kilometer weit hören kann. Auch ein Timberjack 207D aus dem Baujahr 1972 mit Cumminsmotor wurde von Vater und Sohn komplett überholt. Beide Schmuckstücke können am Betriebssitz in Büllingen bestaunt werden. Eine weitere historische Maschine ist im Bestand, und zwar ebenfalls ein Skidder, ein Timberjack 225 vom Baujahr 1962, der noch überholt werden muss, wenn Vater und Sohn Lust und Zeit haben. Lust haben sie wohl, aber die Zeit wird immer das große Problem bei beiden sein. 

Text und Fotos: Dieter Biernath


Die große Windwurffläche im Forst Merode. Mit Löchern und Gräben durchzogen.


Mit Abschnitten baut sich Samuel Jouck Überfahrten über die Gräben.


Ein Jahr nach der Pflanzung warf der Sturm einige Überhälter um.

www.jouck.info

www.schlossmerode.de

Seit 850 Jahren Waldbesitzer

Lorenz Jouck ist auf den 800 Hektar der Prinzen von Merode Stammunternehmer


Wegen Corona zwei Meter Abstand: Prinz Albert-Henri von Merode (rechts) und der Forstunternehmer Lorenz Jouck. Fotos: Biernath

Das Revier ist knapp 800 Hektar groß und hat in den letzten Jahren einiges an Sturm- und Käferschäden erlebt. Die großen Stürme hatten Merode verschont, auch der verheerende Sturm Lothar im Jahr 1999/2000, bis dann im Jahr 2017 der Käfer großflächig die Bestände angriff. Der Käfer leistete die Vorarbeit für die nachfolgenden Schäden kleinerer Regionalstürme. Der Bestand setzt sich zusammen aus 70 Prozent Nadelholz, und zwar Fichte, die nach dem Krieg gesät wurde. Ab den achtziger Jahren wurde dann Douglasie gepflanzt, auch die Kiefer ist hier vorhanden und wächst auf diesem Boden sehr gut. Der Rest ist Laubholz, Eiche und Buche sowie etwas Birke, leider ist aber ein großer Teil der Eichen mit Munitionssplittern aus dem Zweiten Weltkrieg durchsetzt. Das Gebiet hier nennt man auch den Hürtgenwald; dort fand eine der großen Schlachten beim Vorrücken der Alliierten 1945 statt. Buchen und Eichen wurden hier schon nachgepflanzt, jedenfalls dort, wo es möglich und sinnvoll war. Wegen des Wassermangels in den letzten beiden Jahren starben jetzt aber viele Laubhölzer ab. Prinz Albert-Henri (44) vermutet, dass das dem Klimawandel und dem Kohleabbau in der Gegend geschuldet ist. Bis zum Jahr 2000 war dieser Wald ein Zuschussgeschäft, weil er nach dem Krieg nur noch in Fragmenten vorhanden war und fast komplett neu gepflanzt beziehungsweise gesät werden musste. Ab dem Jahr 2000 konnten die ersten guten Fichten verkauft werden; der Holzmarkt war damals stabil. Die Einnahmen wurden genutzt, um Wegebau zu betreiben. So waren die Bestände künftig besser zu erreichen. Ein direkter Nebeneffekt waren die dadurch geringeren Rückekosten, aber auch die Holz-Lkw kamen besser an die Polter, was sich natürlich positiv im Verkaufspreis bemerkbar machte. In den letzten Jahren wurde dort, wo es machbar war, Mischwald begründet. Ein weiteres Problem im Wald der Prinzen Merode sind die Wildschäden. Rotwild, Muffelwild, Rehwild und Sauen sind hier vorhanden und richten dementsprechend Schäden an. Wobei die Naturverjüngung dabei sehr schwer hochkommt. Die Regulierung des Wildbestandes ist darum ein wichtiger Faktor bei der Bewirtschaftung. So ist es hilfreich, Äsungsflächen zu schaffen. Dort soll sich das Wild hinziehen; darum herrscht an diesen Flächen ein striktes Jagdverbot, wie der Prinz in einem Gespräch über seinen Forst mitteilt. Die Familie bejagt das Revier selbst, vergibt aber an Fremdjäger hin und wieder Abschüsse. Bis zum großen Schlossbrand im Jahr 2000 waren eigene Forstwirte vorhanden, die den Wald pflegten und für den Holzeinschlag sorgten. Dann änderte das Haus Merode die Bewirtschaftungsstrategie und ließ die Flächen von Forstunternehmern bearbeiten.

Mit dem Unternehmen Jouck besteht seitdem eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Prinz von Merode ist davon angetan, dass das Land Nordrhein-Westfalen im Internet technische Informationen für Waldbesitzer gebracht hat, die es ihm ermöglichen, eine Pflanzenauswahl für praktisch jeden Quadratmeter in seinem Forst zu treffen. Er hält dieses Internet-Tool für sehr hilfreich für jeden Waldbesitzer. Die künftige große Herausforderung für jeden Waldbauern wird es sein, die richtige Pflanze nicht nur für den Hektar auszusuchen, sondern für jeden einzelnen Quadratmeter, um eine große Vielfalt auf der Fläche zu erreichen. Das ist auch das weitere forstliche Ziel im Forst Merode. Dieter Biernath


Das Waldgebiet, in dem die Jouck AG arbeitet, gehört zum Schloss Merode, eines der schönsten Wasserschlösser Nordrhein-Westfalens, und liegt im Rheinland zwischen Aachen und Köln. Besitzer des Waldes und des Schlosses sind die Prinzen von Merode. Allerdings erst seit 850 Jahren … 


Das Wasserschloss der Prinzen Merode ist eines der schönsten in NRW.


Dieser Eichenbestand musste in diesem Jahr aufgeschlossen werden.

  

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